Ein Traum des Lebens
fängt an zu erkennen
endlich das Einhorn
mit blossem Auge
und die Hunde
unten und oben
rundum fragend
welch heftige Krise
schliesslich nötig ist
für Veränderungen
die substanziell sind
nicht nur kosmetisch
und auf andere gerichtet
sondern ein direkter Blick
in die karmischen Spiegel
um Harmonie zu erkennen
jenseits aller Täuschungen
so wie die Sonne scheint
hoch über allen Wolken
und fortwährend da ist
in jedem liebenden Herz
zugebend dreifache Liebe
gibt das ein gewisses Zölibat
was auch immer es bedeutet
ganz und gar für sich selbst
eng miteinander verwoben
wie Fäden in einem Tuch
für schützende Wärme
durch die kalte Nacht
bis die Sonne wieder aufgeht
die Sterne vor Augen verbirgt
für mehr Träume vom Leben.
“Dream projections” – lass sie hoch fliegen
Bewusstsein umfasst den Traum vom Leben
“Alle Dinge in der Welt um uns herum tauchen auf und verschwinden wieder in dem grossen leeren Raum des Bewusstseins oder, wie man auch sagen könnte, im leeren Raum des Geistes – was Suzuki Roshi als ‘grossen Geist’ bezeichnet hat. Wenn wir das so sehen, haben wir ein grösseres Gefühl von Weite und Leichtigkeit, weil wir uns nicht auf Dinge fixieren oder an ihnen festhalten. Aber es gibt doch noch einen Fokus für die Aufmerksamkeit, etwas, zu dem wir immer wieder zurückkommen können, nämlich das Bewusstsein selbst. Wir können diese Praxis also auch als Bewusstsein vom Bewusstsein bezeichnen. Dies ist subtil; das Bewusstsein ist nicht wirklich lokalisierbar. Es ist kein Objekt, das man erfassen kann; das Bewusstsein ist das, was Objekte erfasst. Deine rechte Hand kann einen Stock ergreifen, aber sie kann nicht sich selbst ergreifen. Wie Wei Wu Wei es ausdrückte, ‘Was wir suchen, ist das, was sucht’.
“Ajahn Sumedho hat es mit unseren Augen verglichen:
Genauso wie bei der Frage ‘Kannst du deine eigenen Augen sehen?’ Niemand kann seine eigenen Augen sehen. Ich kann deine Augen sehen, aber meine eigenen kann ich nicht sehen. Ich sitze hier, habe zwei Augen und kann sie nicht sehen. Aber du kannst meine Augen sehen. Wenn ich in einen Spiegel schaue, sehe ich ein Spiegelbild, aber das sind nicht meine Augen, sondern ein Spiegelbild meiner Augen. Aber ich muss meine Augen auch gar nicht sehen, denn ich kann sehen! …
“Bewusstsein kann man nicht erfassen, aber wir wissen, dass es da ist. Wie Ajahn Chah gesagt hat: ‘Du reitest auf einem Pferd und fragst: Wo ist das Pferd?’ Such nicht zu sehr danach. Wir erkennen das Bewusstsein an seiner Funktion, seiner Aktivität, Sinnesobjekte aufzuzeigen. Wenn du den Kontakt dazu verlierst, frag dich einfach: ‘Bin ich gerade bewusst?‘ Bleib dann bei dem, was du über das Bewusstsein wahrnimmst. Mit der Zeit, wenn du mit dieser Praxis vertrauter wirst, wird es einfacher, das Bewusstsein selbst wahrzunehmen.
“Bewusstsein ist nicht etwas, das man erfassen kann – und wir können uns fragen, ob es überhaupt etwas ist. Wir könnten eher sagen, dass Bewusstsein die Aktivität des Wissen, was gerade passiert, ist – kein Hauptwort, sondern ein Tätigkeitswort. Bewusstsein ist das Wissen. Es ist eine Funktion: ein Aufdecken, ein Beleuchten dessen, was erscheint.”
– Guy Armstrong, Emptiness: a practical guide for meditators, S. 213–214
Ersten Strahlen der aufgehenden Sonne auf dreifacher Liebe





