Das Ganze – nicht das Fehlende

Manchmal muss früher oder später eine Lücke geschlossen, gestopft oder anderweitig behandelt werden – wenn man das Ganze verwirklichen will. Etwas Fehlendes, ein Loch kann ignoriert werden. Die Chancen stehen aber gut, dass es dann grösser wird und man hineinfallen könnte. Bei einem grossen Loch könnte Hilfe nötig sein, um wieder herauszukommen, wenn man hinein gestolpert ist. Jeweils steht Hilfe zur Verfügung – so viel wie nötig, nicht mehr und nicht weniger. Das Leben und die Liebe sind genau bemessen, wie es die Seele von jenseits der Dualität erkennen kann.

Es gibt weder Gut noch Böse. Das ermöglicht es, das Gute vom Schlechten, das Schlechte vom Guten besser zu trennen. Gleichzeitig kann man erkennen, dass das Böse im Guten und das Gute im Bösen ist, solange es oder man in der Dualität verweilt. Deshalb ist es ein erstrebenswertes Ziel, über die Dualität hinauszugehen, besonders wenn man in ihr lebt.

the whole - not the hole
Chnübeli – Januar 2019

Alles war eins

Es war ein nützliches Paradox, das Tempo zu verlangsamen, um mehr zu erreichen, um soweit möglich aufzuholen. Sich um eine Sache zu kümmern, bedeutete jedoch, sich nicht um eine andere zu kümmern – um alle anderen. So schien es immer etwas anderes zu geben, das sich ansammelte, wenn man sich um etwas kümmerte. Es sei denn, die eine Sache wurde alles, und alles war eins.

tree - everything was one

Jenseits des Punkts, von dem es kein Zurück mehr gibt

Wenn man über den Punkt hinausgeht, an dem es kein Zurück mehr gibt, kann man nur noch weitergehen, weiter und immer weiter. Ein gegebenes Versprechen ist es, nicht aufzugeben, sondern auf jeden Fall weiterzugehen. So kann man vielleicht ausgeschlossen, geächtet, verbannt werden – es spielt keine Rolle. Man kann verachtet oder verehrt werden – es gibt kaum einen Unterschied. Der eigene Raum ist der eigene, er war es immer und wird es immer sein.

Faszinierend aber ist die gegenseitige Überschneidung mit anderen, was in den gemeinsamen Raum gestellt, mitgeteilt und weitergegeben werden kann. Dies erschliesst den überwältigenden Reichtum dessen, was jeder darbietet, und die Herausforderung der Auswahl was zu erforschen.

Was ist es wert, was hebt an und heilt? Wer gibt mehr und nimmt weniger? Was ist im Gleichgewicht und in Harmonie? Wer sieht das Glas halb voll und wer halb leer? Und wer ist glücklich, einfach nur ein Glas zu haben?

Dankbarkeit ist am besten für alles, was es gibt; und Verschwiegenheit schützt. Aber sich zu Wort zu melden ermöglicht es, Einsichten und Erfahrungen weiterzugeben und auszutauschen, gemeinsam zu erforschen, und für alle und jeden Einzelnen, im Leben und in der Liebe voranzukommen und zu sehen, wie Gott jeden Moment verwirklicht.

Blausee
Blausee – Juli 2020 – Foto: Sabina Haas